Gewinn je Aktie

Der Gewinn je Aktie (Earnings Per Share, EPS) ist eine der wichtigsten Kennzahlen zur Bewertung der Profitabilität und Leistung eines Unternehmens aus der Sicht der Aktionäre. Er bietet eine grundlegende Einschätzung darüber, wie viel Gewinn einem Unternehmen pro ausgegebener Aktie zusteht. Dieser Artikel erläutert, wie der Gewinn je Aktie berechnet wird, welche Bedeutung er hat und wie er von Investoren und Analysten genutzt wird, um fundierte Anlageentscheidungen zu treffen.

1. Berechnung des Gewinns je Aktie – EPS Earnings per Share

1.1 Grundformel
Die Basisformel zur Berechnung des EPS lautet:

EPS = Reingewinn − Vorzugsdividenden / Durchschnittliche Anzahl ausstehender Aktien

Beispiel Berechnung EPS: 100.000 € Reingewinn / 10.000 Aktien = 10 € Gewinn je Aktie (Earnings per Share)​

1.2 Reingewinn
Der Reingewinn ist der Gesamtgewinn des Unternehmens nach Steuern und anderen Abzügen, der den Aktionären zur Verfügung steht.

1.3 Vorzugsdividenden
Vorzugsdividenden werden von dem für die Berechnung des EPS relevanten Gewinn abgezogen, da sie den Vorzugsaktionären zustehen und somit nicht für die Inhaber von Stammaktien verfügbar sind.

1.4 Durchschnittliche Anzahl ausstehender Aktien
Die durchschnittliche Anzahl ausstehender Aktien berücksichtigt Veränderungen in der Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien über den Berichtszeitraum.

2. Bedeutung des Gewinns je Aktie (EPS)

2.1 Maß für die Unternehmensprofitabilität
EPS ist ein direktes Maß für die Profitabilität eines Unternehmens auf einer pro Aktie-Basis, was es zu einem wertvollen Werkzeug für Investoren macht, um die finanzielle Gesundheit und Leistung eines Unternehmens zu bewerten.

2.2 Vergleichbarkeit
Durch die Normalisierung des Gewinns auf eine pro Aktie-Basis ermöglicht das EPS einen Vergleich der Profitabilität zwischen Unternehmen, unabhängig von ihrer Größe oder der Anzahl ihrer ausgegebenen Aktien.

2.3 Entscheidungshilfe für Investitionen
Investoren nutzen das EPS, um zu entscheiden, ob eine Aktie über- oder unterbewertet ist. Ein höheres EPS deutet darauf hin, dass ein Unternehmen profitabler ist und potenziell eine bessere Investition darstellt.

2.4 Dividenden und Unternehmenswachstum
EPS ist auch ein Indikator für die Fähigkeit eines Unternehmens, Dividenden zu zahlen und Reinvestitionen für Wachstum zu tätigen. Unternehmen mit einem stabilen oder wachsenden EPS können in der Regel höhere Dividenden ausschütten.

3. Anwendung und Grenzen

Während das EPS eine nützliche Kennzahl zur Bewertung der finanziellen Leistung eines Unternehmens darstellt, sollte es nicht isoliert betrachtet werden. Es ist wichtig, andere Finanzkennzahlen und -indikatoren sowie externe Faktoren wie Marktbedingungen und Branchentrends zu berücksichtigen.

3.1 Berücksichtigung von Qualität und Nachhaltigkeit des Gewinns
Analysten betrachten neben dem EPS auch die Qualität und Nachhaltigkeit des Gewinns. Einmalige Ereignisse können das EPS beeinflussen und ein verzerrtes Bild der tatsächlichen Leistung eines Unternehmens geben.

3.2 Kombination mit anderen Kennzahlen
Zur umfassenden Bewertung eines Unternehmens wird das EPS oft mit anderen Kennzahlen wie dem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), der Eigenkapitalrendite (ROE) und dem Cashflow pro Aktie kombiniert.

4. Schlussfolgerung

Der Gewinn je Aktie ist eine fundamentale Kennzahl in der Finanzanalyse, die Investoren einen schnellen Überblick über die Profitabilität eines Unternehmens auf einer pro Aktie-Basis gibt. Sie dient als Schlüsselindikator für die finanzielle Gesundheit und die Leistungsfähigkeit eines Unternehmens. Dennoch ist es entscheidend, das EPS im Kontext anderer finanzieller und betrieblicher Metriken sowie unter Berücksichtigung des gesamtwirtschaftlichen und branchenspezifischen Umfelds zu betrachten, um eine fundierte Investitionsentscheidung zu treffen.